Ereignisse


Wenn man auf seine "Alten Tage" beginnt den "Wissenschaftlichen Nachlass" zu sichten und zu ordnen, stößt man auf Überraschendes,
auf Dinge und Unterlagen an die man sich nicht mehr erinnern konnte.

1953
Nach dem Progymnasium in Brackenheim (Geburtsstadt des 1.Bundespräsidenten Theodor Heuss), wechselte ich für die letzten 3 Jahrer, bis zum Abitur (März 1959),
in das Robert-Mayer-Gymnasium nach Heilbronn.
Im Progymnasium Brackenheim war eines meiner Lieblingsfächer die Erdkunde. Einige Seiten aus meinem damaligen Erdkundeheft.


1959
Nach bestandenem Abitur, ich war gerade 19 Jahre alt geworden, besprach ich mit meinem Vater meinen Studienwunsch an der Technischen Hochschule Stuttgart.
Ich wollte Flugzeugbau studieren.
Als erfahrener Diplomingenieur der Elektrotechnik meine er nur lapidar: "Bub zuerst lernst du was "Gscheids".
Er selbst arbeitete damals in Bietigheim-Bissingen bei der Präzisions-Dichtungsfabrik PRÄDIFA.
Und so meldete er mich bei der gegenüberliegenden Firma G.F. Grotz, kurz entschlossen, als Mechanikerlehrling an.
Die Firma G.F.Grotz, damals ein Maschinenbau-Betrieb, fräste in dieser Zeit u.a. das Rumpfmittelteil des Starfighters F 104 aus einer heochwertigen Aluminiumlegierung.



Damals war für die Lehrtlinge das Führen eines Berichtsheftes noch Pflicht. Für mich waren die wöchentlichen Berichte aber keine lästige Pflicht.
Die Ausarbeitungen machten mir sogar Spass.
Im Zuge der "Vereinfachung" in der heutigen "Azubi-Ausbildung" wurde das Führen eines solchen Berichtsheftes in allen Berufenn später abgeschafft.
Meiner Meinumng nach war das ein großen Fehlen für die Qualität jeder praktishen Ausbildung.



Damals war auch das Arbeiten am Samstag normal, zunächst noch bis 16 Uhr, dann nur noch bis 14 Uhr und kurz darauf nur noch jeden 2. Samstag.
In den letzten Monaten meiner 2 1/2-jährigen Ausbildung wurde dann die normale Samstagsarbeit von der Gewerkschaft ganz abgeschafft.
Wegen "Guter Führung und besten Ergebnissen", praktisch und theoretisch, wurde ich im Herbst 1961 zur Gesellenprüfung angemeldet.
Die praktische Prüfung fand im Frühjahr 1962 in Bietigheim bei den damaligen Deutschen Linoleumwerken (DLW) statt.
Nach bestandener Gesellenprüfung als Mechaniker wurde ich als Geselle/Facharbeiter noch bis Herst 1962 mit einem erstem eigenen Gehalt im Werkzeugbau beschäftigt.
Wegen meiner guten Leistungen in der Lehre schenkte mir die Firma zu Weihnachten ein Buch.
Es war das Werk "Stürmisches Leben" des bekannten deutschen Flugpioniers Ersnt Heinkel.
Ganz besonders stolz bin ich über den persönlichen Namenszug, die Signatur von Erst Heinkel, auf der 1.Seite.



1962
Im Wintersemester 1962/63 begann ich das Studium der Luftfahrttechnik an der TH Stuttgart.

1966
Damals im Luftfahrtstudium war das Halten einen sogenannten "Pflichtreferates", mit schriftlicher Ausarbeitung,
ein oblogatorischer Bestandtweil des Studiums. Man konnte das Thema frei wählen.
Ich entschied mich für den einfachen Titel: "Titan", sprach also über den so wichtiges Werkstoff im Flugzeugbaui.
Am 22.2.1966 fand die Präsentation vor einigen Zuhörern statt.
Hier zum Nachlesen.

1967
Im Dezember 1967 beedete ich mein Studium mit der Abgabe der Diplomarbeit. Mit der Diplomarbeit durfte man erst beginnen wenn alle Prüfungen bestanden waren
Außerdem musste die Diplomarbeit in 6 Monaten angefertigt werden. Für mich war klar, dass ich die Arbeit am IFB machen würde. Damals war man gehalten auf 3 verschiedenen Gebieten seine Arbeiten anzufertigen. Es waren vor der Diplomarbeit noch 2 Studienarbeiten zu erstellen.
Dies hatte ich vorher erfüllt, mit je einer Arbeit am Institut für Statik und Dynamik (ISD) und am Institut für Thermodynamik und Gasdynamik der Luft- und Raumfahrt (ITLR).
Studienarbeit 1: "Versuche über ein schräges Krafteinleitungsproblem", bei Professor J.H. Argyris.
Diese Arbeit fertigte ich zusammen mit meinem Studienkollegen Wolfgang Schall an
Studienarbeit 2: "Paarung von Lithium und Fluor für ein hybrides Raketentriebwerk"., bei Professor F. Bosnjakovic.

1968
Professor Hütter, der damalige Leiter des Instituts fü Flzgzeugbau, stellte mich am 1.1.1968 als Wissenschaftlichen Mitarbeiter ein.
Für die Planstelle gab es zwei "gleichwertige" Bewerber.
Dass die Wahl auf mich fiel hatte wohl zwei Gründe. Zum Einen kannte er mich persönlich schon 2 Jahre lang als "HIWI" an seinem Institut,
also als wissenschaftliche Hilfskraft. Zum Anderen gab letzlich meine Facharbeiterausbildung als Mechanikher den letzten Ausschlag.
Dabei hatte er noch einen weiteren Grund für meine Wahl, ich durfte schon ab dem Wintersemester 1968-1969 die Vorlesung "Darstellungstechnik im Flugzeubau I" übernehmen.
Der Imhalt war eine Vorlesung über das das Technische Zeichnen.
Diese Vorlesung wurde mit "Darstellungstechnik im Flugzeugbau II, Straken", im Sommersemester von mir dann fortgesetzt.


Das Bild zeigt beispielhaft einen damaligen Vorlesungsaushang am "Schwarzen Brett". Meine ersten Vorlesungen fanden vor rund 20 Neuanfängern statt, nur männliche Hörer,
im legendären Hörsaal H 60, im alten Backsteingebäude in der Innenstadt von Stuttgart in der Keplerstraße 10.
1983 Als Wissenschaftler am Institut für Flugzeugbau, UNI Stuttgart, habe ich am 9.9.1983 an das damalige Bundesministerium für Forschung und Technologie in Bonn, einen Antrag gestellt:
Kombination Wasserelektrolyseanlage mit Windenergiekonverter.
Die Kernforschungsanlage Jülich entschied damals, im Auftrag für das Ministerium, über alle eingereichten Anträge auf dem Gebiet der Regenerativen Energien (nomen est omen?).
Die Geldsumme für dieses Forschungsvorhaben, inklusiv Personalkosten, für das 3-Jahre-Vorhaben betrug damals 1.146.484 DM.

Hier kann man das Projektpapier von damals nachlesen.



Am 13.01.1984 wurde der Antrag von Jülich abgelehnt.

Heute arbeitet ein solches Kombinations-System, Gewinnung von Wasserstoff mit Windenergieanlagen, im Ariane-Raketen-Zentrum Hardthausen/Lampoldshausen problemlos.
Beei mir stellte sich nach dem Auffinden dieser alten Unterlage eine "Genugtuende Traurigkeit" ein.
Ich war damals leider meiner Zeit ca.40 Jahre voraus.